Wikipedia – Fluch oder Segen?

Am heutigen Freitag ist mal wieder Zeit für den Webmasterfriday. Wie hoffentlich mittlerweile bei allen bekannt, wird dort jede Woche ein Thema grob umschrieben und zur Diskussion gestellt.

Heuer steht der Webmasterfriday ganz im Zeichen von Wikipedia. Ich werde im Folgenden ein wenig was zur Geschichte von Wikipedia sagen und ich werde beleuchten was Wikipedia als Quelle taugt, bzw. wie verlässlich Wikipedia heute ist.

Die Geschichte von Wikipedia:

Wikipedia wurde im Jahr 2001 von Jimmy Wales und Larry Sanger als Online-Lexikon gegründet, Wikipedia ging aus einem früheren Werk der beiden hervor, dem Nupedia.

Das besondere an dem System von Wikipedia war, das freie Autoren die Beiträge verfassen konnten und auch immernoch können. Jeder der möchte kann dabei mithelfen vorhandende Beiträge zu erweitern oder eben neue Beiträge zu verfassen.

Dabei kontrolliert sich die Community von Autoren selbst und überprüft nahezu jede Veröffentlichung.

Wikipedia Fluch oder Segen

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Eine weitere Besonderheit von Wikipedia ist die Lizenzvergabe, alle Inhalte stehen seit 2009 unter der „Creative Commons Attribution SharAlike Lizenz“ und können so unter bestimmten Voraussetzungen beliebig verbreitet und vervielfältig werden.

Die deutschsprachige Ausgabe wird von etwa 7000 Autoren regelmäßig gepflegt und wird von der Wikimedia Deutschland Stiftung „zusammengehalten“. Die deutsche Ausgabe beinhaltet mittlerweile auch mehr als 1 Mio. verschiedenen Artikel und bietet nahezu auf jede Frage eine Antwort.

Was taugt Wikipedia als Quelle für Informationen:

Wikipedia hat natürlich einige große Vorteile, das Lexikon ist Tag und Nacht für uns verfügbar, es gibt eine schier unendlich anmutende Anzahl an Artikeln und tausende freiwillige Autoren die das Angebot immer wieder versuchen zu verbessern.

Hier liegen natürlich aber auch die Nachteile. Viele Autoren, viele Artikel und kaum eine Übersicht. Natürlich gibt es eine Kontrolle, allerdings kommt es nicht selten vor, das falsche Informationen, schlecht übersetzte Texte oder einfach ungenaue Angaben sich in den Seiten des Online-Lexikons verirren.

Die Studenten und Schüler unter euch wissen sicherlich was die Lehrmeinung zu Wikipedia war und meines Wissens auch immernoch ist. Wikipedia ist keine wissenschaftliche Quelle.
Ich habe diesen Satz gehasst, muss aber mittlerweile sagen, dass dies in bestimmten Themenbereichen einfach nur zutrifft. Vor allem bei den Texten die bloß aus dem internationalen, englischen, Wiki übersetzt werden, sind teilweise sehr sehr unzulänglich.

Bevor ihr also Daten und Texte nutzt um etwas zu untermauern, sucht euch lieber noch die ein oder andere weiterführende Quelle. Wobei man doch sagen muss, jedenfalls nach meiner Erfahrung, hat sich die Qualität der Inhalte schon deutlich gesteigert.

Fazit – Fluch oder Segen?

Ein Fazit ist hier sicherlich relativ einfach zu schreiben. Der Fluch ist eben das jeder, also wirklich jeder (die Anmeldung dauert keine zehn Sekunden), Artikel in kürzester Zeit einstellen kann. Bis zu einer Prüfung sieht man die Texte freilich noch nicht, allerdings muss die Prüfung nicht immer zwingend inhaltlich korrekt erfolgen. Fällt ein Fehler dann nicht auf sind wir eben am Fluchen.

Der Segen ist das wofür wir Wikipedia doch alle lieben, ich brauche eine schnelle Info – zack schaue ich bei Wikipedia rein und habe eine Antwort. Kein Lexikon mehr aus dem Regal kramen, bzw. vorher noch schauen welche Version ich brauche, Band A, Band B-C oder Band X-Z, sondern wirklich einfach nur einen Klick entfernt.

Alles in allem schon eine tolle Sache oder?

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2 Kommentare

  1. Wolf on 05/01/2013 at 18:29 said:

    Wikipedia sollte sich besser in Wikiblödia umbenennen. Unangenehme Tatsachen und Fakten sind dort nämlich grundsätzlich unerwünscht und werden gelöscht. Habe das selbst mehrfach erlebt.

    Auch kursieren bei Wikipedia Artikel, die vorsätzlich Lügen enthalten. Diese Artikel lassen sich dann erst gar nicht bearbeiten. Als Beispiel fällt mir da der Begriff „Treibhauseffekt“ ein. Wer versucht, die unter diesem Begriff befindlichen Lügen und Unwahrheiten zu beseitigen, der wird leider keinen Erfolg haben. Die Funktion „bearbeiten“ ist zwar vorhanden, jedoch ist keine textliche Änderung möglich.

    Fazit: Wikipedia ist überaus korrupt und fällt als vertrauenswürdige Informationsquelle somit leider grundsätzlich durch.

  2. Als Fluch von Wikipedia sehe ich die teilweise stark ausgeprägte Intransparenz des Projekts. Wikipedias „graue Eminenzen“ kontrollieren, nachdem sie sich im hierarchischen Autorensystem nach oben gearbeitet haben, die Wikipedia.
    Einmal oben angekommen werden sie zu uneingeschränkten Herrschern über Wahrheit und Unwahrheit und hinterlassen frustrierte (ehemalige) Mitarbeiter wie meinen Vorredner.
    Ich denke, dass das Pendel, nachdem in den Anfangsjahren jeder einfach schreiben konnte, was er/sie wollte, im Moment ein wenig zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen hat.
    Was nützen beispielsweise im Bereich „Mobilfunk“ seitenlange Diskussionen und Schwarmintelligenz, wenn am Ende autokratisch von jemandem entschieden wird, der sich durch das Schreiben von 100 Artikeln im Bereich „Automobil“ einen Sonderstatus erarbeitet hat?
    Hier krankt das Projejekt Wikipedia im Moment ein Wenig, auch wenn man natürlich sagen muss, dass sich die Qualität der Artikel in den letzten Jahren verbessert hat!

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